GrüntalExpress

Kinder aus der Grundschule Grüntal in Brandenburg (Landkreis Barnim) und einer Grundschule im Berliner Wedding begegneten sich. Von Januar bis Juni 2011 erforschten sie, zunächst getrennt von einander, ihr Lebensumfeld (Dorf vs. Stadt/ Grüntal vs. Grüntaler Straße), schrieben sich Briefe, besuchten sich gegenseitig und entwickeln aus ihren Erlebnissen das Theaterstück GRÜNTALEXPRESS, dass an beiden Orten zweimal dargeboten wurde. Die Frage nach der kulturellen Identität stand im Mittelpunkt. Die Kinder auf dem Land hatten wenig Kontakt zu Kindern mit Migrationshintergrund. Andersherum beschränkte sich der Lebensraum der Kinder im Wedding auf ihr unmittelbares Stadtviertel.
Die Begegnung zwischen Stadt und Land hat einen historischen Bezug als Ausgangspunkt: Viele Straßen im Stadtteil Wedding verdanken ihre Namen nördlich der Stadt gelegenen Ortschaften. Da gibt es in unmittelbarer Nähe die Grüntaler, Biesenthaler, Wriezener, Freienwalder, Bernauer oder Eberswalder Straße. So nah wie die Straßen in Berlin zusammen liegen, so nah liegen auch die originären Ansiedlungen ca. 50 km nördlich von Berlin beieinander. Mit dem Bau der Berlin-Stettiner Eisenbahn 1842/43 gewannen diese Ortschaften um Berlin im Barnimer Land an Bedeutung. Das Land zog in die Stadt: Berliner Straßen, die an der Bahntrasse lagen, wurden nach den Ortschaften entlang der Bahnstrecke gen Stettin benannt, so auch die Grüntaler Straße. Ein Stück der Trasse verlief sogar durch die Straße und ist heute noch an einer langgestreckten grünen Flaniermeile gesäumt mit Spielplätzen erkennbar.

Projektpartner: Holger Speidel
Kooperationen: Rudolf-Wissell-Grundschule, Grundschule Grüntal, Herbert-Hoover-Schule
Gefördert durch: 

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Weitere Informationen:

// WEB: gruentalexpress.blogspot.de

// FILM: “Untitled” – Tina Hilbert